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Montag, 1. April 2019

Eismädchen Teil IV - Prolog LineArt

let's get digital


Nun habe ich mein Drehbuch fertig.
Jetzt wird es interessant :)

Für meinen letzten Schritt benutze ich mein iPad Pro, den Apple Pencil und das Programm Clip Studio Paint (dieses Programm kann ich für Comic- und Manga-Zeichnungen sehr empfehlen. Ich bin selber noch am Lernen wie es funktioniert, aber das was ich bereits kann gefällt mir gut :D)






Zuerst erstelle ich die Panels. Die kleinen Bilder in denen sich etwas abspielt.
Das ist für mich immer wieder ein hin und her, weil ich versuche die passende, perfekte Größe zu erstellen.







Dann skizziere ich was sich so in den einzelnen Panels abspielt. Diese Skizzen sind jetzt mittlerweile viel detaillierter als in meinen Scribbles. Ein Vorteil, der das digitale Arbeiten für mich mitbringt, ist, dass ich einzelne Elemente auswählen, verschieben, vergrößern, verkleinern, usw. kann ohne das "Papier" zu beschädigen (wie wenn ich mit Bleistift und Papier arbeite).






Sehr oft arbeite ich auch mit einem geteilten Bildschirm. Das heißt ich habe links (weil ich Rechtshänder bin) das Bild von meinen Charakteren (oder ähnlichem) offen und rechts zeichne ich. So kann ich immer abgleichen, ob das was ich hier fabriziere auch immer gleich aussieht ;)






Wenn ich alles soweit skizziert habe, dass es mir gefällt, ziehe ich alles mit einer schwarzen digitalen Feder nach, ich mache die LineArts. Dabei schaue ich dass ich die Dicke der Linien variiere, damit es interessanter und spannender aussieht (aber da brauche ich im digitalen Bereich noch Übung xD). Überall wo Schatten sind schraffiere ich mit kleinen Linien, ich liebe Schraffuren so sehr. Und zuletzt füge ich noch Schwarzflächen für den Kontrast und ersetze die "Farben" mit einem Raster.
Ein Raster (engl. Screentone) ist ein Muster aus ganz kleinen Punkten die dem Auge vorgaukeln dass etwas grau ist bzw. ein graues Muster hat, obwohl es eigentlich nur aus schwarzen Punkten besteht. Früher wurden selbstklebende Folien dafür verwendet, im digitalen Zeitalter hat man spezielle Effekte dafür.

Dann fehlen nur noch die Dialoge und damit ist das Kapitel fertig :D
War wirklich ein ganzes Stück Arbeit ... Dieser Schritt ist sehr zeitintensiv, und ich bin generell noch sehr am üben wie ich das mit den Schwarzflächen und Rastern mache. Aber das wird schon, ich muss es nur durchziehen, dann wird der Comic mit jeder Seite besser!

Montag, 18. März 2019

Eismädchen Teil III - Prolog Scribbles

Skizzen, Skizzen, Skizzen


Nachdem ich also die Geschichte (mehr oder weniger) gut strukturiert habe, nehme ich endlich den Stift zum Zeichnen in die Hand; und zeichne kryptische, nicht erkennbare Skizzen xD

Das sind Scribbles.
Sie funktionieren ähnlich wie Thumbnails, nur arbeite ich jetzt nicht an einem einzigen Bild, sondern an mehreren. Ich skizziere kleinere Bilder vor, um sie schneller und einfacher zu ändern, falls etwas nicht stimmig ist. Sie sind für mich eine Art "visuelles Drehbuch"; ich entscheide wie die "Kamera" eingestellt wird, was zu sehen ist und wie.


Ich habe einfach mein Notizbuch gedreht, damit ich eine Doppelseite auf einem Blatt habe. Wie gesagt, sie müssen nicht groß sein, diese Größe reicht mir für diesen Zweck vollkommen.


image credit: https://gph.is/2omM3xk

Jetzt stellt ihr euch sicher die Frage, wie weiß ich was ich skizziere?
Woher weiß ich, was ich wohin platziere und welchen Bildausschnitt ich nehme?
Welche Perspektive?

Es braucht Übung und Erfahrung, im Scribblen besser zu werden, genauso wie das Analysieren und Studieren der Lieblings-Comiczeichner.
Meistens geh ich nach Gefühl an die Sache heran. Dafür sind diese kleinen Scribbles ja da; dass man ausprobiert und wenn es nicht funktioniert, kann man sie ganz schnell löschen und wieder schnell eine neue Idee hinzeichnen.

Zudem gebe ich mir ein paar Einschränkungen als Hilfestellung, wie z.B. die Seitenanzahl. Damit habe ich einen Rahmen in dem ich mich bewegen kann. Und zu guter Letzt versuche ich, eine Doppelseite mit einem Cliffhanger abzuschließen.  

Cliffhanger ist englisch und bedeutet wörtlich übersetzt "Klippenhänger" und ist ein offenes Ende in der Kunst des Geschichten-Erzählens. So wird die Spannung auf das nächste Kapitel/die nächste Episode erhöht.

Damit will ich erreichen, dass der Leser wissen will wie es weiter geht. Ich "zwinge" ihn sozusagen dazu umzublättern.


Bei diesem Arbeitsschritt kommt es bei mir sehr darauf an, ob ich gerade eine kreative Phase habe oder nicht (ähnlich wie mit dem Schreiben). Manchmal zieht es sich über Tage hin bis ich irgendetwas brauchbares produziere, dann gibt es Momente, da kann ich gar nicht mehr aufhören. Ich kann also schwer sagen, wie lange ich dafür brauche. (der Prolog ist aber auch etwas geschummelt ... nach dem 5ten mal sollte ich es langsam können xD)

Hier nun die letzten Scribbles :)
Viel Spaß beim Anschauen und Entziffern ;)



Dienstag, 26. Februar 2019

Eismädchen Teil I - Vorbereitungen

Arbeitstitel: Eismädchen


Das ist mein aktuelles Comicprojekt. Ich arbeite nun schon seit fast 4 Jahren an der Geschichte und habe (nicht nur 5x das Projekt abgebrochen und neu angefangen) sie immer weiter verfeinert.

Angefangen hat das ganze mit einem 20-seitigen Kurz-Comic im Rahmen eines Wettbewerbes. (gewonnen habe ich nichts, versteh ich auch, war echt schlecht was ich da abgeliefert habe xD) Aber irgendwie wollte ich dem ganzen noch eine Chance geben, ich wollte mehr daraus machen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, sie wurde daher immer weiter ausgebaut, immer mehr Details hineingepackt und verknüpft und nun bin ich hier.

Ich möchte euch meinen Prozess zeigen. Keine Ahnung ob das was ich mache, in irgendeiner Weise professionell ist, ob es der umständlichste Weg ist den es gibt, oder ob es überhaupt interessant ist. Vielleicht hilft mir ja die "Dokumentation" meines Workflows am Ball zu bleiben :)
* Ich werde das Ende und ein paar wichtige Stellen unlesbar machen, damit die Geschichte spannend bleibt ;)


Nachdem ich mal so grob die vorhandene Geschichte bzw. die Idee dahinter in meinem Kopf ausgearbeitet habe, musste ich das ganze auch aufschreiben. Dazu habe ich mir ein kleines Notizheft gekauft, Format DIN A6, und darin werde ich alles notieren:





So ein ähnliches System habe ich mal in einem Video gesehen und mir hat es auf Anhieb gefallen; ich stelle mir den Gang der Geschichte wie eine Halskette vor, bestehend aus weißen und schwarzen Perlen. Zuerst beginne ich mit den schwarzen Perlen; das sind Schlüsselszenen die sehr wichtig für die Geschichte sind. Wie zum Beispiel dass sich Koori und Sil treffen; das ist für den weiteren Verlauf, wie ich ihn in meinem Kopf habe, wichtig, eigentlich notwendig. Die schwarzen Perlen sind anfangs sehr verstreut, soll auch so sein, weil zwischen den Schlüsselszenen soll es auch noch weitere Momente geben, welche die Schlüsselszenen verbinden sollen; die weißen Perlen.
* Was hier nicht verwechselt werden darf: ich denke hier nicht in Kapitel, also die Perlen sind keine einzelnen Kapitel, sondern in Momente und Szenen. Vielleicht ist eine Perle später ein ganzes Kapitel, aber damit befasse ich mich später.

Nachdem ich soweit alle wichtigen Begebenheiten aufgeschrieben habe (wenn ich die einzelnen Szenen nochmal lese und ein grober Film vor meinen Augen läuft), fasse ich sie grob in Kapitel zusammen: kürzere Momente werden mit anderen zusammen in ein Kapitel gefasst, und längere bekommen eine eigene Nummer. So will ich verhindern, dass ein Kapitel vielleicht zu langweilig wird weil sonst nichts passiert.
Natürlich ist das alles ein "lebendes Dokument". Wenn ich jetzt noch irgendetwas bemerke, da passt etwas nicht, es fehlt eine wichtige Szene oder ich muss ein Kapitel streichen, kann ich es jetzt problemlos noch machen. Je später ich Fehler und Ungereimtheiten bemerke, umso schwieriger wird es sie auszubessern.




Yay, jetzt habe ich meinen Comic in Kapitel strukturiert :D

Um die Kapitel auch übersichtlich zu halten, habe ich mich für eine Seitenbegrenzung entschieden: ein Kapitel hat 20 Seiten (Ausnahme ist der Prolog am Anfang, der hat nur 16 Seiten). Somit habe ich Kontrolle darüber, dass ich nichts unnötig in die Länge ziehe, oder irgendetwas zu kurz kommt.



Weiters habe ich einen zusätzlichen Schritt für mich eingefügt; nämlich die Frage: wozu ist dieses Kapitel gut? In einem großartigen Buch habe ich mal gelesen: wenn ein Bild in einem Comic nichts aussagt, bzw. nicht mehr aussagt als das davor, ist es unnötig. So habe ich es mit jedem Kapitel versucht. Was saget es aus? Trägt es eine Rolle um die Geschichte voranzubringen? Was soll der Leser aus diesem Kapitel mitnehmen?
Das kann sein ... die Charaktereigenschaften einer Person dem Leser zeigen, die Beziehung zwischen Personen, das Kennenlernen der Welt ... und wenn ich merke, dass ein Kapitel nichts aussagt, streiche es oder schreibe es um, dass es wieder eine Aussage hat.

Dieser Schritt gefällt mir, sehr gut sogar, wenn ich genauer darüber nachdenke. So kann es mir nämlich nicht passieren, (im Eifer des Zeichnens) dass ich den Sinn des Kapitels vergesse.


So viel zur trockenen Vorbereitung.
Das nächste mal werde ich was zeichnen! :D

Sonntag, 20. Januar 2019

Auftragsarbeit: "Your back" Teil 2

... und weiter geht's!


Die schönste Skizze habe ich dann abfotografiert und auf mein iPad Pro geladen. In dem Zeichen-App Procreate habe ich dann die Skizze ganz groß aufgeblasen, damit ich eine gute Basis zum weitermalen habe.


Diesmal habe ich eine strenge Unterteilung der Ebenen vorgenommen;
also einen klaren Hintergrund (Gebäude),
einen eindeutigen Mittelgrund (Monster)
und einen fixen Vordergrund (Personen).

Nachdem ich kurz überfordert war, wie ich an dem Bild herangehen sollte (lol, wie immer), dachte ich: mach es mal anders herum! Ich habe also mit dem Hintergrund angefangen.



Nach gefühlt millionen Versuchen habe ich dann endlich den Hintergrund fertig stellen können. Dunkles blau-grau gibt eine düstere Stimmung und durch die nicht-knalligen Farben hoffe ich darauf, dass das Grün und Pink besonders gut herausstechen wird! :D
Hoffe ich zumindest, sonst, wieder von Anfang xD


Das ist nun geschafft, jetzt gehen wir zur nächsten Ebene, den Monstern.
Die Idee, von den Kreaturen die weiter hinten stehen nur eine unförmige Masse zu malen mit sporadischen Augenflecken gefiel mir sehr gut! Und war auch einfach, lol. Denn grundsätzlich gilt, alles was nicht im Fokus steht soll den Fokus verlieren: also auch Details. Nicht nur ich sondern auch der Betrachter wäre heillos überfordert wenn ich jedes Monster perfekt ausgearbeitet hätte.



Nach der unförmigen Masse hinten habe ich ein paar Kreaturen im Vordergrund gelined und angemalt. Und somit ist jetzt auch der Mittelgrund fertig geworden.



Nächster Schritt: die Figuren im Vordergrund ausarbeiten. Über der groben Posen-Skizze, die ich ganz am Anfang gemacht habe, werden die Details, Kleidung, Haare gezeichnet.



Dann kam eine Änderung:
Der Auftraggeber wünscht sich, dass die Magierin in violett zaubert, anstatt in rosa. Kein Problem! (nur nichts anmerken lassen xD)

Ich habe mich wieder ein bisschen mit den Farben rumgespielt. Komplementär, harmonisch, warm, kalt ... und zum Schluss sind 2 Kombinationen ins Finale eingezogen:
grün - lila - orange
grün - lila - cyan
Ich hab mal beide grob ins Bild eingebaut ...


... und mich für die blaue Variante entschieden :)

Donnerstag, 10. Januar 2019

Auftragsarbeit: "Your back" Teil 1

"Your back is safe. I will be there."

 

"Dein Rücken ist sicher. Ich werde da sein."



Das ist der Titel eines neuen größeren Bildes von mir. Die Idee und alle Elemente davon stammen nicht aus meinem Kopf, sondern von meinem Auftraggeber.

Das Bild soll zwei Menschen zeigen, die sich in einer fantastisch/futuristischen Welt vor Monstern verteidigen. Eine Magierin und einen Schwertmeister mit einem Katana stellen sich der Horde entgegen. Als ich auch erfuhr, dass die beiden Charaktere zusammengehören, war es für mich sofort klar: die Hände der beiden sollen sich berühren. Der Titel kam mir erst später, aber ich finde, er passt sehr gut zu den beiden.







Neben den Infos, die ich bekommen habe, kamen gleich die Thumbnails dran.

Für die, die es nicht wissen: genau genommen heißt Thumbnail "Daumennagel". Diese kleinen Bildchen heißen deswegen so, weil sie eigentlich nur daumennagelgroß sein sollen. Eine sehr große Erleichterung um zu sehen, ob das Bild, das man vor seinem inneren Auge hat, auch auf Papier gut aussieht.

Nach ein paar Anläufen hatte ich schon die grobe Komposition; Vorder-, Mittel- und Hintergrund und wie die Personen darauf zu sehen sind.

Im Vordergrund sieht man die beiden Menschen, wie sie sich gegen diese Monster zur Wehr setzen. Der Mittelgrund wird von den Kreaturen eingenommen und zu guter Letzt der Hintergrund; der zeigt die Stadt.








Dann machte ich mir Gedanken wegen der Farbe. Vorgabe war, dass das Katana des Schwertmeisters grün leuchtet. Also habe ich grün als Ankerpunkt genommen.
Jetzt gab es für mich 2 Möglichkeiten:

harmonische Farben:
Schwertmeister grün, Magierin gelb, Hintergrund blau

komplementäre Farben:
Schwertmeister grün, Magierin pink, Hintergrund blau/grau



Ich entschied mich für die komplementäre Variante, gefiel mir besser :)